Für Selbständige
Krank sein und arbeiten
Unternehmer und Selbstständige mit chronischen Gesundheitsproblemen spüren die finanziellen Folgen unmittelbar. Deshalb konzentrieren sich viele vor allem darauf, ihre Beschäftigung aufrechtzuerhalten. Dadurch dauert die Genesung länger. Die Netzwerkunternehmerin Marie-Thérèse Woltering berichtet von den Herausforderungen, denen sie sich als selbstständige Unternehmerin stellen musste, und wie sie mit ihrer eingeschränkten Energie umging.
- Erfahrung als selbstständiger Unternehmer
Krank werden und länger krank bleiben
Wenn nach einer COVID-19-Erkrankung Langzeitfolgen auftreten, wirkt sich das auf Ihre Arbeit aus. Möglicherweise können Sie weniger oder gar nicht mehr arbeiten. Nach Ihrer Krankmeldung werden Sie verschiedene medizinische Fachkräfte aufsuchen, beispielsweise einen Spezialisten, Physiotherapeuten oder Ergotherapeuten. Ihre Kunden und Kollegen möchten wissen, was Ihnen fehlt und wann Sie wieder arbeiten können. Ihr Leben hat sich komplett verändert, und das kostet Kraft – Kraft, die Sie eigentlich für die Rückkehr an Ihren Arbeitsplatz benötigen. Ein Berater für die Nachsorge erklärt Ihnen, wie Sie diese Situation besser bewältigen können.
Gespräche zu führen
Wenn Sie länger krank bleiben, müssen Sie verschiedene Gespräche über Ihre Arbeit führen. Mit Ihren Kunden, Ihren Kollegen und, falls Sie versichert sind, mit einem Arbeitsmediziner oder Betriebsarzt. Diese Gespräche sind wichtig für Sie. Bereiten Sie sich daher gut darauf vor und nehmen Sie jemanden mit. Gemeinsam werden Sie mehr hören und sich besser erinnern als allein. Erklären Sie, wie Sie sich fühlen und was Sie tun können und was nicht. Und dass sich dies von Tag zu Tag ändert. Geben Sie nicht vor, sich besser zu fühlen, als es tatsächlich der Fall ist.
Sie müssen Ihren Kunden nicht sofort alles mitteilen, aber es ist ratsam, ihnen einen allgemeinen Überblick zu geben. Informieren Sie sie, wenn Sie mehr Zeit benötigen oder jemanden hinzuziehen. Durch Offenheit gewinnen Sie eher Verständnis und Unterstützung.
Als Selbstständiger haben Sie keinen Arbeitsmediziner, mit dem Sie sprechen können. Wenn Sie versichert sind, sprechen Sie mit Ihrem Versicherungsarzt. Die folgenden Videos erklären, wie Sie Gespräche über Ihre Arbeit führen und wie das Gespräch mit dem Arbeitsmediziner (in Ihrem Fall dem Versicherungsarzt) abläuft.
- Gespräch über Arbeit
- Gespräch mit Betriebsarzt
Die Tagesgeschichte
Um einen klaren Überblick über Ihren Zustand zu erhalten, führen Sie ein tägliches Tagebuch. Darin beschreiben Sie genau, wie Ihre Tage verlaufen. Notieren Sie, was Sie tun können und was nicht, und wie viel Energie Sie dafür aufwenden. Sie nutzen dieses Tagebuch beispielsweise in Gesprächen über Ihre Arbeit, etwa mit dem Betriebsarzt, der es zur genauen Beurteilung Ihrer Arbeitsfähigkeit heranzieht.
Arbeite an der Genesung
Um Ihre Arbeit wieder aufnehmen zu können, ist es wichtig, an Ihrer Genesung zu arbeiten. Da Ihre Symptome unvorhersehbar sind und sich von Person zu Person unterscheiden, ist dies nicht immer einfach. Es erfordert einen individuellen Ansatz. Fragen Sie Ihre Krankenkasse, ob die Kosten für Wiedereingliederungsmaßnahmen erstattet werden. Sind Sie nicht versichert? Fragen Sie in Ihrem Netzwerk nach, ob Ihnen jemand beratend zur Seite stehen kann. Sie können auch einen Ergotherapeuten konsultieren; die Kosten hierfür werden von Ihrer Krankenkasse übernommen. Alternativ können Sie auch eine einzelne Sitzung auf eigene Kosten in Anspruch nehmen. Betriebskunst zu konsultieren.
Ihre Energie ist aufgrund Ihrer Symptome eingeschränkt, während die Genesung selbst viel Energie erfordert. Arbeitsmediziner Ernst Jürgens erklärt, was Genesungszeit bedeutet und wie Sie Ihre Genesung unterstützen können:
Tipps vom Ergotherapeuten
Ergotherapeutin Edith Brocken gibt Tipps zum Umgang mit eingeschränkter Energie beim Wiedereinstieg in den Beruf. Machen Sie einen Plan und beziehen Sie Ihr Umfeld mit ein. Treffen Sie kluge Entscheidungen darüber, wo Sie Ihre begrenzte Energie ausgeben.
- Energiemanagement
- Lokale Tipps
Grenzen erkennen und schützen (PEM)
Viele Menschen leiden nach einer COVID-19-Erkrankung unter Belastungsintoleranz. Die Symptome verschlimmern sich nach körperlicher, kognitiver und/oder emotionaler Anstrengung. Eine Technik, die sogenannte „Pacing“, hilft, die Symptome zu lindern und einer Verschlimmerung vorzubeugen. Man lernt, die eigenen körperlichen und kognitiven Grenzen zu erkennen, um innerhalb dieser Grenzen ein möglichst aktives Leben zu führen.
- Weitere Informationen zu PEM und Herzschrittmachern
- Medizinische Fachkraft für muskuloskelettale Versorgung (VSG)
Finanzielle
Invaliditätsversicherung (AOV)
Als Selbstständiger können Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen. Im Krankheitsfall ist ein Versicherungsabschluss nicht mehr möglich. Wenn Sie versichert sind, melden Sie Ihre Erkrankung Ihrem Versicherer. Es folgt ein Gespräch mit einem Versicherungsarzt. Anschließend kann ein Gespräch mit einem Arbeitsmediziner stattfinden, der Ihren Grad der Berufsunfähigkeit und die Höhe Ihrer Leistungen festlegt. Unter Umständen erhalten Sie auch Unterstützung bei der Wiedereingliederung. Informieren Sie sich in den Versicherungsbedingungen über Ihre Ansprüche.
Nicht jede Berufsunfähigkeitsversicherung deckt auch die Zeit nach einer COVID-19-Erkrankung ab. Es gibt mehrere bekannte Fälle von Streitigkeiten mit Berufsunfähigkeitsversicherern. Diese betreffen in der Regel die medizinische Objektivität der Erkrankung.
Informationen zur Untermauerung der medizinischen Objektivität:
- PEM-Datenblatt
- POTS-Informationsblatt
- MCAS-Informationsblatt
- Webinar Long COVID
- Memo zur einheitlichen Nachhaltigkeitsbewertung (UWV)
Brotfonds
Sind Sie Mitglied einer Krankenkasse? Melden Sie Ihre Krankheit so schnell wie möglich dem Vorstand der Kasse. Die ersten 30 Tage tragen Sie selbst. Danach erhalten Sie von jedem Mitglied eine Spende in Höhe Ihres Beitrags. Sie entscheiden selbst, welchen Prozentsatz Sie im Krankheitsfall melden. Die Spenden enden nach zwei Jahren.
Nicht versichert oder kein Versicherungsfonds
Manchmal kann man eine Leistung von der Gemeinde erhalten:
Auf der Finanzseite finden Sie weitere Informationen zu Förderprogrammen und finanziellen Zuschüssen.
Unterstützung
Juristische Unterstützung
Selbstständige mit niedrigem Einkommen können Folgendes nutzen:
- Rechtshilfebüro (Erläuterung Ihrer Rechte)
- Subventionierte Rechtshilfe (in der Regel nicht bei Streitigkeiten über die Erwerbsunfähigkeitsversicherung)
Zusätzlicher Arbeitsexperte oder medizinisches Fachwissen
Benötigen Sie zusätzliche berufsbezogene oder medizinische Expertise? Dann können Sie sich an einen der vielen wenden. Beratungsunternehmen. Fragen Sie Ihren Rechtsberater bei Ihrer Gewerkschaft, die Rechtsabteilung oder den Rechtsschutzversicherer, welche Beratungsunternehmen Sie konsultieren können. C-support führt diese Gutachten nicht selbst durch. Ihr Nachsorgeberater kann Ihnen jedoch dabei helfen, den richtigen Weg zu finden.
Unterstützt C-Unterstützung
Gestalten sich Gespräche mit Ihrer Versicherung, Ihrem behandelnden Arzt oder Ihren Kollegen schwierig? Haben Sie finanzielle Probleme? Wenden Sie sich an Ihren Nachsorgeberater, um Unterstützung und Beratung zu erhalten.

Arbeitsleitfaden
Der Werkwijzer bietet Informationen, Tipps und Hilfsmittel, um im Beruf zu bleiben, Arbeit zu finden oder den Arbeitsplatz zu verlassen.
Häufig gestellte Fragen
Es ist wichtig, eine gute Balance zwischen der Arbeitsbelastung und der eigenen Arbeitsbelastung zu finden. Um Sie dabei zu unterstützen, können Sie:
- Online Schulung von SterQ bei der Arbeit doen
- Schau dir das an Videos zum Thema Energie und Erholung
- Sehen Sie sich Informationen, Tipps und Tools auf der an Arbeitsleitfaden
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