Die medizinischen Berater Inge de Klerk und Alfons Olde Loohuis von C-support haben zusammen mit dem Rehabilitationsmediziner Chang Ho Wessel einen wichtigen Artikel zur Erkennung und Behandlung von Post-COVID-Symptomen verfasst. Der Artikel mit dem Titel „Sinnvolles Handeln nach COVID“ erschien kürzlich im Netherlands Journal of Medicine (NTvG). Anhand zweier Fallstudien zeigt er, wie Ärzte Post-COVID-Symptomen wirksam begegnen können. Er bietet praktische Hilfsmittel, um Post-COVID besser zu verstehen und Patienten effektiv zu unterstützen.
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Zusammenfassung des NTvG-Artikels: Sinnvolles Handeln nach COVID-19
Zwei Fallstudien veranschaulichen, wie Ärzte die Nachsorge nach einer COVID-19-Erkrankung in der Praxis effektiv gestalten können. Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden diese Fälle hier nicht aufgeführt.
Die Post-COVID-19-Erkrankung ist ein komplexer Zustand mit erheblichen Auswirkungen auf den Alltag. Das Erkennen und Anerkennen der Einschränkungen sowie die Identifizierung behandelbarer Symptome sind für ein wirksames Vorgehen unerlässlich. Ärzte – sowohl behandelnde als auch beratende – spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Post-COVID-19 ist eine anhaltende, mehrere Organsysteme betreffende Erkrankung, die nach einer SARS-CoV-2-Infektion auftreten kann. Sie ist definiert als das Auftreten neuer Symptome nach einer Infektion, die länger als drei Monate anhalten und für die keine andere Erklärung gefunden werden kann. Patienten weisen in der akuten Phase der Infektion häufig nur leichte Symptome auf. Der Verlauf ist oft wie folgt: Zunächst eine teilweise Besserung, gefolgt von einer deutlichen Verschlechterung nach einigen Wochen. Es kommt auch häufig vor, dass Patienten zunächst genesen zu sein scheinen, dann aber im Laufe der Zeit zunehmend neue Symptome entwickeln.
Zu den charakteristischen Symptomen gehören:
- Erschöpfung und Belastungsintoleranz (PEM) bezeichnen Symptome, die sich nach körperlicher, kognitiver oder emotionaler Anstrengung verschlimmern, wobei Schweregrad und Dauer in keinem Verhältnis zur Anstrengung stehen. PEM kann mit einer Verzögerung von Stunden bis zu mehreren Tagen auftreten und über Stunden bis Wochen anhalten.
- Orthostatische Intoleranz (OI), möglicherweise in Form eines posturalen orthostatischen Tachykardiesyndroms (POTS).
- Schlafstörungen, kognitive Beschwerden, Schmerzen und allergieähnliche Symptome, die mit einem Mastzellaktivierungssyndrom (MCAS) vereinbar sind.
- Geruchs- und Geschmacksstörungen kommen vor, jedoch nicht bei allen Patienten.
Bei Kindern und Erwachsenen ist das klinische Bild ähnlich, wobei jüngere Kinder (<12 Jahre) relativ häufiger über Bauchbeschwerden und kognitive Probleme klagen.
Zu den Risikofaktoren zählen weibliches Geschlecht, Autoimmunerkrankungen (bei der Patientin oder in der Familienanamnese) und ein negativer Impfstatus.
Bedeutung der Früherkennung
Die frühzeitige Erkennung von Post-COVID-Symptomen und des Schweregrades der damit verbundenen Einschränkungen ist entscheidend. Interventionen, die sich ausschließlich auf einen zeitbasierten Ansatz konzentrieren und die Post-COVID-Mangelernährung (PEM) nicht berücksichtigen, können die Symptome über einen längeren Zeitraum verschlimmern. Darüber hinaus erschwert die Vielzahl der Symptome die Erkennung von Komorbiditäten (gleichzeitiges Vorliegen mehrerer Erkrankungen). Auch Vorerkrankungen (z. B. Diabetes oder Zöliakie) können die Genesung beeinträchtigen.
Behandelbare Beschwerden und Interventionen
Obwohl es keine Heilung gibt, wurden behandelbare Erkrankungen identifiziert, wie zum Beispiel:
- Orthostatische Beschwerden
- Mastzellaktivierung
- Schlafstörungen
- Psychische Beschwerden
- Pijn
Da es noch keine Heilung gibt, konzentriert sich die Behandlung derzeit auf die Linderung der Symptome und die Verbesserung der Funktionsfähigkeit. Interventionen können in verschiedenen Bereichen erfolgen:
- Biomedizinische Aspekte: medikamentöse Interventionen (z. B. SSRIs, Antihistaminika, Off-Label-Schmerzmittel), Diagnostik von Komorbiditäten.
- Psychosoziale Maßnahmen: Stressabbau, Behandlung psychischer Probleme, Erlernen von Energiemanagementfähigkeiten durch angemessenes Tempo, Abstimmung mit Schule oder Beruf zur Stressreduzierung.
Ziel ist es, das klinische Bild zu stabilisieren und, wo möglich, die Funktionsfähigkeit zu verbessern. Die Behandlung sollte auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt sein und seine eingeschränkten Fähigkeiten berücksichtigen.
Eine Übersicht über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten finden Sie in den Informationen für medizinisches Fachpersonal unterhalb dieser Nachricht.