Was ist das
Naltrexon ist als Hilfsmittel bei der Behandlung von Alkohol- oder Opiatabhängigkeit (morphinähnliche Substanzen) bekannt. In niedrigen Dosen kann Naltrexon (Low-Dose-Naltrexon oder LDN) die körpereigene Produktion von Endorphinen (Glückshormonen) anregen. Dies könnte möglicherweise bei chronischen Schmerzen helfen. LDN kann auch Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem haben. Daher könnte LDN möglicherweise Symptome wie kognitive Beeinträchtigungen und Müdigkeit lindern, Beschwerden, die bei Patienten nach einer COVID-19-Erkrankung häufig auftreten.
Was ist über die Auswirkungen auf Post-COVID bekannt?
Die Anwendung von niedrig dosiertem Naltrexon bei Patienten mit Post-COVID-19 ist in den regulären Leitlinien noch nicht enthalten. LDN kann jedoch off-label verschrieben werden, um (möglicherweise) einige Symptome zu lindern. Dies wird als „Symptommanagement“ bezeichnet. Einige Menschen mit Post-COVID-19 verwenden bereits LDN. Dies kann von einem Expertenzentrum oder über ihren eigenen Arzt verschrieben werden. Daher ist LDN keine eigenständige Behandlung. Es ist ein Medikament, das zusätzlich zu den Standardempfehlungen für Post-COVID-19 (wie Energiemanagement/Schrittmachertherapie) ausprobiert werden kann.
Das Medikament wurde bereits mit einigem Erfolg bei der Behandlung von ME/CFS eingesetzt. Es wurden bereits mehrere (kleine) Studien zur Anwendung von LDN bei Post-COVID-19-Fällen durchgeführt. Es handelt sich um kleine Studien, die noch keine ausreichenden Beweise liefern, um LDN für alle Patienten mit Post-COVID-19 zu empfehlen. Die Studien beschrieben, dass LDN bei einigen Post-COVID-Patienten Naltrexon kann die Lebensqualität verbessern, Müdigkeit reduzieren, den Schlaf verbessern und Schmerzen lindern. Es ist noch nicht bekannt, welchen Patienten es helfen könnte und welchen nicht. Daher sind weitere Untersuchungen zur Wirksamkeit und Wirkung von Naltrexon auf Post-COVID-Symptome erforderlich.
Bei der Anwendung von LDN ist eine vorsichtige, schrittweise Erhöhung erforderlich. Es können auch Nebenwirkungen auftreten. Daher ist es wichtig, dass die Patienten während der Anwendung medizinisch überwacht werden. Da LDN derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen wird, entstehen Kosten.
Wer kann LDN verschreiben?
Ein behandelnder Arzt, z. B. ein Allgemeinmediziner, kann LDN verschreiben. Da es sich um eine Off-Label-Behandlung handelt, entscheidet der Allgemeinmediziner selbst, ob er das Medikament verschreibt oder nicht. Darüber hinaus kann LDN Nebenwirkungen haben. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, lebhafte Träume/Albträume oder Schlafstörungen. Diese Nebenwirkungen können von selbst verschwinden; manchmal ist es notwendig, die Dosis (vorübergehend) zu reduzieren oder das Medikament abzusetzen. Wenn Sie das Medikament absetzen möchten, tun Sie dies immer nach Rücksprache mit Ihrem Arzt. Es ist wichtig, dass Sie LDN nur als Testbehandlung in enger Absprache mit Ihrem Arzt ausprobieren, damit dieser Sie richtig beraten und die Wirksamkeit des Medikaments sowie den Umgang mit Nebenwirkungen regelmäßig überwachen kann.
Post-COVID-19-Symptome sind vielfältig und umfassen über 200 verschiedene Symptome. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig erforscht, und es gibt derzeit keine bekannten Heilmittel. Die Behandlung von Post-COVID-19-Symptomen besteht zum einen aus Energiemanagement (z. B. durch Pacing) und zum anderen aus Symptommanagement. Das bedeutet, dass Behandlungen und/oder Medikamente zur Linderung der Symptome eingesetzt werden können. LDN ist ein Beispiel dafür und kann, solange es angewendet wird, einen positiven Effekt auf die Symptome haben. Ein Absetzen birgt ein hohes Rückfallrisiko.
Manchmal hört man jedoch, dass die Einnahme von LDN zu einer verbesserten Energiebilanz führt, wodurch sich der Körper mit der Zeit (teilweise) auf natürliche Weise erholen kann. Nach dem Absetzen von LDN kann dann eine längerfristige Stabilität eintreten, da LDN nicht mehr benötigt wird.
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